Rückblick und Filmbeiträge zum Inklusionsfest „feier ma(h)l“ am 10. September 2016 in Limburg

Film von Ralf Mandelkow, Schnitt: Moni Munk-Hoch und Stephan van den Bruck, Satori Highway Films

Trailer vom Inklusionsfest „feier ma(h)l“ – siehe untenstehende Verschriftung


Um die längere Version des Films zu erhalten, klicken Sie auf den folgenden Link: Download lange Fassung (MP4)


Verschriftung des Trailers

  1. Szene: Neumarkt, Ecke Bahnhofstraße:

Im Hintergrund befindet sich die lange Tischmeile der Mitwirkenden Richtung Einkaufszentrum „WERKStadt“ in Limburg. 80 Tische sind mit den individuellen Präsentationen der Teilnehmer zum Thema „Inklusion“ geschmückt. Die Angebote reichen von Speisen und Getränken bis hin zu Informationen zu eigenen inklusiven Aktionen und Aktivitäten. Die Passanten werden an diesem Tag eingeladen, die Präsentationen anzuschauen und an den Tischen Platz zu nehmen. Dort sollen die angebotenen Speisen und Getränke miteinander geteilt werden. Ziel des Inklusionsfestes unter dem Motto „feier ma(h)l“ ist es, die Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen und „Inklusion“ als gesamtgesellschaftliche Aufgabe begreifbar zu machen.

In einem Halbkreis stehend sind von rechts nach links zu sehen: Kreisbeigeordneter Heinz Valentin, Vertreter des Schirmherrn Manfred Michel; Sabine Jost-Schmitt, Projektleitung Modellregion; Dorothee Roth, Beratungsstelle „Blickpunkt Auge“; Bezirksreferent Dr. Georg Poell, Katholischer Bezirk des Bistums Limburg; Mathias Schachl, Percussionist an der Trommel im Auftrag der Kreismusikschule e. V.; Bürgermeister Marius Hahn, Limburg; Werner Schlenz, Geschäftsführer der Lebenshilfe Limburg-Diez, Präses Christian Harms, Evangelisches Dekanat Runkel; Irina Porada, Diakonisches Werk Limburg. Es ist Samstagmorgen und viele Passanten flanieren zwischen Neumarkt und WERKSTadt.

 Projektleiterin Sabine Jost-Schmitt eröffnet die Veranstaltung. Sie hält das Fußsymbol (ein 80 cm großes Holzbrett in Fußform) in den Händen, das alle Netzwerkpartner bei der Auftaktveranstaltung im Juni 2015 erhalten haben. Jeder Netzwerkpartner soll im Verlauf des Gesamtprojektes darauf seine Idee zur Inklusion abbilden. Am heutigen Tag wurden alle Teilnehmer gebeten, ihre gestalteten Fußsymbole mitzubringen, um sie am Präsentationsstand der Modellregion in der WERKStadt zusammen zu präsentieren.

Sabine Jost-Schmitt:

„So, damit alle nicht länger warten müssen, wird es jetzt einen Trommelwirbel geben und damit eröffnen wir das „feier ma(h)l“!

Mathias Schachl startet mit einem Trommelwirbel. Entlang der Tischmeile geben die Teilnehmer das akustische Signal von Tisch zu Tisch weiter, indem sie mit Kochlöffeln auf den Tisch trommeln, bis das Signal an allen Tischen in der „WERKStadt“ angekommen ist. (freudiger Applaus der Passanten und Teilnehmer).

  1. Szene:

Bahnhofstraße Richtung WERKStadt: Die Akteure der inklusiven Theatergruppe „Zwiebelfische Spielleute e. V.“ sind zu Fuß kostümiert in der Bahnhofstraße unterwegs und machen die Passanten mit auffälligen Gebärden und ihren Masken auf das Inklusionsfest aufmerksam. Dabei legen sie stets aufs Neue entlang der Tischmeile mitten auf der Straße demonstrativ einen 2 Meter langen roten Teppich aus und laden zum „Promiwalk über den roten Teppich“ ein. Teilnehmer des Inklusionsfestes und Passanten nutzen freudig die kurze Möglichkeit für einen auffälligen Auftritt in der Öffentlichkeit. Die Spielleute tragen zudem phantasievolle und farbenfreudige Masken, die in einem inklusiven Workshop mit Netzwerkpartnern des Modellprojekts im Sommer 2016 entstanden sind.

                        Vertreter der Modellregion sowie inklusiven Vorbereitungsteams stehen vor einer großen Pinnwand im Innenhof der WERKStadt. An dieser Pinnwand befinden sich schon einige der Umfragekarten „Mein Schritt zur Inklusion …“, die zuvor an Teilnehmer und Passanten verteilt wurden und die den Satz mit ihren Ideen und Vorschlägen zum Thema Inklusion ergänzt haben. Sabine Jost-Schmitt, Bezirksdekan Franz-Josef Kremer und Dorothee Roth von „Blickpunkt Auge, Limburg“ ergänzen den Satz wie folgt:

Sabine Jost-Schmitt:

„Der Schritt zur Inklusion ist in erster Linie, dass man Menschen zusammenbringt, die gute Gedanken haben und sich gerne auch zu diesem Thema mal verwirklichen wollen und das haben wir heute geschafft. Da sind Menschen zusammengekommen, die auch ihre Ideen zur Inklusion an den Tischen präsentieren.“

Bezirksdekan Franz-Josef Kremer:

„Inklusion beginnt in den Köpfen! Wir sehen hier: Inklusion beginnt in den Köpfen, setzt sich aber mit Hand und Fuß, mit Kopf und Fuß fort!“.

Dorothee Roth, „Blickpunkt Auge“:

„Bewusstsein zu erzeugen für das Thema, vor allem in der Gesellschaft, aber auch auf die Erfordernisse hinzuweisen, was es braucht, damit Inklusion gelingen kann und außerdem Mitglieder zu unterstützen, als behinderte Menschen zu unterstützen, in ihre Stärken zu gehen und selber für ihre Interessen einzutreten.

  1. Szene

Blick auf die Evangelische Kirche am Bahnhof. Auf dem Balkon stimmt der Dekanatsposaunenchor Runkel unter der Leitung von Martin Buschmann das musikalische Mittagsgebet „Danket, für diesen guten Morgen“ an, das von den Teilnehmern und Passanten gesanglich an den Tischen begleitet wird. Auch die Passanten sind zum Mitwirken eingeladen und finden dazu an allen Tischen Liedblätter.

  1. Szene

Frank König, Barrierefreie Ausblicke in Wort und Bild, betreut auf dem Bahnhofsvorplatz gemeinsam mit Schülerinnen/Schülern und Lehrern der Marienschule sowie Konfirmanden der Evangelischen Kirchengemeinde Staffel den Rolliparcours. Interessierte Passanten können dabei ausprobieren, mit einem Rollstuhl über kleine Hindernisse, z. B. ein dünnes Seil zu fahren. Im Testrollstuhl sitzt ein junger Mann, der vorsichtig versucht, den vorderen Teil des Rollis so zu kippen, dass er das Hindernis überwindet. Es kostet ihn offensichtlich einiges an Überwindung, da er befürchtet, dass der Rollstuhl nach hinten kippt. Frank König, der ebenfalls im Rolli sitzt, befindet sich mit hinter ihm und sorgt dafür, dass der Rollstuhl nicht kippt. Er kommentiert die Versuche wie folgt:

„Ich hab nur noch die Finger drunter sonst nichts mehr, du stehst praktisch alleine! Jetzt beweg dich nach vorne und ich lasse los, o.k.!“

Der junge Testfahrer ist sichtlich erleichtert, dass diese Aktion geklappt hat und freut sich! Frank König lobt ihn dafür!

„Hast du gut gemacht, noch einmal?“

                        Er wendet sich dem Filmteam zu, um ebenfalls seinen Schritt zur Inklusion zu definieren:

„… einen Schritt weiter würde man sagen, wenn man aufeinander zugeht und aufeinander achtet. Das ist eine einfache Regel, genauso wie in der Kommunikation: Zuhören und Verstehen!

  1. Szene

Pfarrer Joachim Naurath, Evangelisches Dekanat Runkel, besucht den Tisch vom „Bildungsforum Mengerskirchen“. Eine Teilnehmerin zeigt stolz das Ergebnis ihrer Malaktion. Auf dem Bild sind Menschen zu sehen, die sich die Hände reichen. Pfarrer Naurath liest die Worte, die in den Kreis eingeschlossen sind.

 Joachim Naurath:

„Mittendrin für alle, sehr schön!“ und das „ALLE“ ist in der Mitte!“

  1. Szene

Pfarrer Naurath besucht den Tisch des „Mütterzentrums Limburg“, die eine Fußmalaktion anbieten. Ein Mädchen im Kindergartenalter hat einen Pinsel zwischen den Fußzehen und versucht, mit Farbe etwas auf ein großes Plakat zu zeichnen. Pfarrer Naurath befragt das Kind.

Joachim Naurath:

Weißt du auch, dass es viele Menschen gibt, die nicht solche Arme haben wie du und die wirklich nur mit den Füßen malen können – die gibt es wirklich, und die machen teilweise ganz tolle Bilder. Jetzt sieht man mal, wie schwierig das ist!

  1. Szene

Die Albert-Schweizer-Schule in Limburg hat ein Hüpfspiel mit Straßenkreide auf das Pflaster am Eingang zur WERKStadt gemalt. Zahlreiche Kinder nutzen die Gelegenheit mitzumachen. Ein Glücksrad, das von einer Lehrerin gedreht wird, entscheidet, wie viele Kästchen der Teilnehmer jeweils weiterkommt.

    8.   Szene

Die Straßenmalerin Dij hat das Fußsymbol mit der Aufschrift „Kirchen und Inklusion“ in mehreren Variationen der Inklusion auf das Pflaster gemalt und mit Blumenmuster verziert. Passanten, die zur WERKStadt schlendern, werden damit auf einladende Weise konfrontiert.

  1. Szene

Am Tisch der Eritreischen Gemeinde in der Bahnhofstraße rösten schön geschmückte Frauen in bunten Gewändern Kaffee auf einem kleinen Kocher, während sich Passanten für die ebenfalls mitgebrachten Spezialitäten des Landes interessieren. Ein junger Mann in weißem Gewand mit Hut verteilt Kostproben.

  1. Szene

Auf dem Bahnhofsvorplatz backen die Schülerinnen der Marienschule Waffeln. Sie haben große Freude, an diesem Fest aktiv mitzuwirken.

  1. Szene

Mathias Schachl am Marimbaphon und ein inklusives Trio aus Trommlern musiziert in der Bahnhofstraße und weckt damit das Interesse der Passanten. Die Zuhörer, Menschen vieler Kulturen, die an diesem Tag in der Fußgängerzone an den Tischen verweilen, lassen sich von der Beschwingtheit der Musik inspirieren. Es ist eine gute Stimmung und Gelassenheit zu spüren.

  1. Szene

Die Masken des inklusiven Theaters „Zwiebelfische Spielleute e. V.“ aus Runkel Schadeck, die zuvor in den Sommerferien einen inklusiven Maskenworkshop durchgeführt haben, sind nun an verschiedenen Orten der langen Tischmeile unterwegs und motivieren die Teilnehmer und Passanten, eine abschließende Menschenkette zu bilden. Diese Aktion wird spontan durchgeführt. Eine lange Menschenkette bildet sich ausgehend vom Bahnhofsvorplatz bis zur WERKStadt und viele wirken daran mit. Zum Zeichen der Verbundenheit wird das Fußsymbol weitergereicht, bis es schließlich am Ende der Tischmeile in der WERKStadt am letzten Tisch angekommen ist. Die Projektleiterin hält, umrahmt von den Teilnehmern der Gehörlosengemeinde stolz das Fußsymbol nach oben, denn das Fest war aufgrund der aktiven Teilnahme aller Tischbeteiligten eine gelungene Veranstaltung zum Thema „Inklusion“.